Reisebericht Italien - Urlaub am Gardasee

Urlaub am Gardasee

Verschmelzung der Alpen mit dem mediterranen Italien

An seiner Nordspitze bei Riva beeindruckt das fjordartig zerklüftete Felsufer – an die weichen Uferböschungen der Südküste schmiegen sich Olivenhaine und Weinberge. Seine azurblaue Farbe macht ihn unverwechselbar gegenüber anderen Bergseen und gibt den Anschein nach Meer. Bei Wind entsteht ein Wellengang der in Farbe und Rauschen an die Nordsee erinnert.

Wir sind am Gardasee, jenem oberitalienischen See, wo unsere Eltern in den 50ern Spaghetti und Parmesan kennenlernten und den kräftigen Espresso entdeckten. Mit der „Enkelgeneration“, 30-jährige auf der Suche nach neuen Challenge-Sportarten, hat der Gardasee eine Veränderung vollzogen und präsentiert sich nun in anderer Gestalt : quirlig, sportlich, jung. Beliebt sind der See und seine Umgebung bei Rennradfahrern und Bikern, die sich in heftigen Serpentinen auf wenig befahrenen Passstraßen in luftige Höhen schrauben. Surfer erleben gute Windverhältnisse entlang der westlichen Steilküste und auch Freeclimber finden ihre Trainingswand. Da muten die Sportarten reiten, segeln und golfen eher beschaulich an. Klassische Entspannung erfährt man beim Wandern auf hervorragend ausgeschilderten Wegen, die atemberaubende Ausblicke bieten oder bei Bootsfahrten entlang des Ufers. Eine Fährfahrt von Maderno nach Torri Del Benaco gaukelt uns einmal mehr vor, auf dem Meer zu sein.

In den engen Sträßchen, in denen die bischofsroten Bougainvilleas an den okerfarbenen Häuserwänden emporklettern, zeigt sich die romantische Seite des Gardasees. Die Ortschaften sind gepflegt und einladend. Besonders herausgeputzt zeigen sich die blumengeschmückten Uferstädtchen mit ihren Flanierpromenaden. Vergessen die Hektik, Umweltlärm und Verkehr der nahe gelegenen Industriecentren.

In Cecina, einem mittelalterlichen 200-Seelen-Dorf am Westufer oberhalb von Toscolano/Maderno erleben wir absolute Ruhe, Natursteinhäuser mit gepflegten Blumenkästen, die die schmale Straße säumen. Von den Terrassen reicht der Blick über See auf den schneebedeckten Monte Baldo. Ein verträumtes Paradies, wenn man die kurvenenge Anfahrt überwunden hat.

Gekrönt wird der Aufenthalt vom italienischen Lebensgefühl : VINO, PASTA, GRAPPA. Inbegriff einer typischen Trattoria ist „La Sosta“ in Cecina, in der man vom Chef des Hauses Giacomo Köstlichkeiten aus der Region persönlich aufgetischt bekommt.
Ein anderes Beispiel für herzliche italienische Stimmung ist der kleine Kolonialwarenladen im Herzen Cecinas mit Luciano, Clara und Maria. Als Gruß ein fröhliches „ciao, come stai“, ein kurzer Schwatz über Gott und die Welt, und ein freundliches Lächeln begleitet die Erklärungsversuche bei Sprachschwierigkeiten ! Lassen Sie sich verwöhnen von dieser vorurteilsfreien Gastfreundschaft.

Wenn auch ungeduldig vom Temperament, so ereilt den Italiener schlechthin eine Gelassenheit bei Warteschlangen in Supermarkt oder Bank. Zuvorkommend den Damen den Vortritt lassend, Geduld bei quängeligen Kindern, Phantasie und Ausdauer Fremden gegenüber. Der Einheimische schenkt Hilfsbereitschaft in jedweder Situation gegenüber Fragenden, Älteren, Schwächeren.

Kommen Sie nach Italien an den Gardasee, entscheiden Sie sich für den Standort Cecina und geniessen Sie die Ruhe, Landschaft und Natur.

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Karin Charaudeau