Reisebericht Auf der Spur der Etrusker

Auf der Spur der Etrusker -
Urlaub in der Tuscia

Der Bolsenasee, ca.100 km nördlich von Rom, ist der größte italienische See vulkanischen Ursprungs mit einem Durchschnitt von circa 114 qkm. Durch das flache Ufer idealer Badeort für Kinder. Das Wasser ist sauber, weich und reich an Fischen.

Und wer gern Fisch isst, sollte Urlaub in Marta verbringen. Ein echter Geheimtipp für Sonnen-Anbeter und Faulenzer. Ein malerisches Fischerdorf mit ca. 3000 Einwohnern an der südlichen Seite des Bolsenasees, nicht weit von Viterbo. Hier gibt es viele Fischrestaurants und wenn man selbst kochen möchte, kann man den Fisch direkt beim Großhandel kaufen.

Die Geschichte der Stadt Marta wird erst durch die Gotenkönigin Amalaswintha bekannt. Amalaswintha als Tochter Theoderichs, übernimmt nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 526 die Regentschaft, bis ihr Sohn Alarich volljährig wird, aber er stirbt frühzeitig. Amalaswintha heiratet ihren Cousin Teodato der aber ein skrupelloser und machtgieriger Mann ist. Als er für seine Pläne seine Ehegattin als Hindernis sieht, verbannt er sie auf die Insel Martana und lässt sie erwürgen.

Wenn man vom Dolcefarniente die Nase voll hat, dann kann man von hier aus viele Tagesausflüge unternehmen und der Spur der Etrusker nach-gehen, denn in der Gegend gibt es viele gut erhaltene mittelalterliche Orte und interessante Etrusker-Städte.

Tuscania, knapp 10 Kilometer entfernt, mit den berühmten etruskischen Gräbern. Die eindrucks-vollen etruskischen Zeugnisse haben die Stadt zu einem attraktiven Reiseziel gemacht. Von außerordentlicher Schönheit sind die romanischen Kirchen S. Pietro und Santa Maria Maggiore.

Tarquinia, ca. 30 km, die Stadt, wo der Etrusker lachte. "Eines Tages lächelte hier der Etrusker, hingebungsvoll blickte er mit leuchtenden Augen
aufs Meer" (V. Cardarelli) Tarquinia erhebt sich auf einer kalkhaltigen Hochebene, ca. 5 Km von der Küste, mit Blick auf das Tyrrhenische Meer. Der Name sollte die etruskische Herkunft und ihre Verbindung mit dem mythischen Gründer der Stadt,
Tarconte unterstreichen. Ihre berühmten bemalten Gräber stellen einen unschätzbaren Reichtum dar. Im Nationalmuseum ist eine sehr eindrucksvolle archäologische Sammlung zu sehen.

Viterbo, die Stadt der Päpste. Da die Kardinäle 1271 sich nicht einigen konnten, den Papst zu wählen, wurden sie im Palazzo dei Papi, Päpste-Palast, eingeschlossen. Nach 34 Monaten, unter Androhung keine Essensmittel mehr zu liefern, wurde der Papst Gregorio X gewählt und seitdem beschloss man die "Konklave", d.h. die Klausurpflicht der Kardinäle während der Wahlen eines Papstes zu berufen.

Außer dem Papstpalast und der nebenan liegenden Kathedrale San Lorenzo besitzt Viterbo das einmalige mittelalterliche Viertel San Pellegrino, mehrere Kirchen aus verschiedenen Epochen,
einige monumentale Brunnen und ein Museum, das die sehenswerte Pietà von Sebastiano del Piombo aufbewahrt. Wenn man etwas für die Gesundheit tun will, besucht man die Thermalbäder "Terme dei Papi", und wenn man das Eintrittsgeld sparen will
geht man in die freien Becken ganz in der Nähe.

Montefiascone, die Stadt des Weines Est!, Est!, Est!. Montefiascone befindet sich auf einem Berg der Vulsini Gruppe, von wo aus der Blick über die Ciminiberge, den Berg Amiata und das weite
Flachland schweift. Von der Burg Rocca dei Papi geniesst man die schönste Aussicht über den Bolsenasee. Die Kuppel der Kirche Santa Margherita ist eine der größten Italiens. Bemerkenswert ist die romanische Kirche San Flaviano, die aus zwei übereinander gebauten Kirchen besteht.

Für die Feinschmecker: Montefiascone ist das Anbaugebiet des weißen Weines Est!, Est!, Est!. Für die Qualität dieses Weines spricht schon allein der Name. Denn die Geschichte erzählt, dass der Bischof Fugger, bevor er zum Konzil nach Rom fuhr, seinen Sekretär vorausschickte, um auszukundschaften, wo es gute Weine gab. Würde er solche finden, sollte er am Ortseingang Est!
( deutsch: ist) schreiben.
In Montefiascone war der Wein so gut, dass er
dreimal Est!Est!Est! geschrieben hat.

Und einen kurzen Besuch verdient Bagnoregio, bekannt als "die sterbende Stadt", weil ihre Häuser auf einem leicht einstürzenden Tuffsteinfelsen ragen. Sie ist nur durch eine 200 Meter lange Fußgängerbrücke zu erreichen. Sehenswert die Kirche Sankt Donato, die auf einem heidnischen Tempel errichtet wurde. In der Kirche ein außer-gewöhnliches Kruzifix aus Holz, das der flämischen Schule zugeschrieben wird.

Francesco de Sando, Bolsenasee